Urtextperle PAUO, ruhen

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Ruhen, ein kostbares Gut.

Im Neuen Testament kommt 'ruhen' ganze 15 mal vor, vom Lukas-Evangelium Kapitel 5, Vers 4 bis zum 1.Petrusbrief Kapitel 4, Vers 1. Ruhen heisst im griechischen Grundtext PAUO und erinnert uns an unser deutsches Wort Pause, pausieren.


Viele Menschen haben den Eindruck, dass das Leben um sie herum immer unruhiger wird. Und nicht nur im Alltag um sie herum, sondern ebenso in ihnen selbst...Dies wird häufig sogar als die grössere Belastung empfunden. Die Menschen sehnen sich nach Ruhe, diesem kostbaren Gut.

Der Ruf zur Ruhe.

Das Grundverb PAUO, ruhen, setzt sich im Neuen Testament 13 mal mit der Präposition ANA (hinauf, wieder) zusammen und bekommt damit einen sehr persönlichen Ton. Jesus rät im Markus Evangelium Kapitel 6, Vers 31 seinen Jüngern zu ruhen (ANAPAUO). Luther übersetzte das Verb ANAPAUO nicht nur mit 'ruhen', sondern auch mit 'erquicken', siehe den bekannten Text im Matthäus Evangelium Kapitel 11, 28- 30. Er traf damit sinngemäss einen Kern der Aussage. Wir zitieren ihn, weil er zusätzlich neben dem Verb ANAPAUO das dazugehörige Nomen ANAPAUSIS beinhaltet:
'Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken (ANAPAUO). Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe (ANAPAUSIS) finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht'.

Wer sich angesprochen fühlt, darf sich 'eine Pause' bei Jesus gönnen!

Die Hinaufruhe, die ANAPAUSIS.

Die Vorsilbe ANA im Grundverb PAUO 'erhöht' das Ruhen: Durch ANA-PAUO und ANA-PAUSIS richtet es sich 'hinauf', zu Gott hin - es wird somit zu einem 'Hinaufruhen'. Dort wo Jesus ist, können sich die 'Mühseligen und Beladenen' ausruhen und die Lasten ablegen. Gut so.

Aber wenn man sich dann so richtig mit Jesus 'da oben' ausgetauscht und ausgeruht hätte, zöge es einem bald wieder herab in den Alltag. Es ginge mit frischer Energie, und neuen Herausforderungen weiter. Aber selbst mit der sanften Führung (Joch) von Jesus würde man sich leider die Ruhe schnell wieder von der uns überall auflauernden Unruhe verderben lassen. Was nun? Sollte man jetzt immer wieder hinauf zu Jesus? Dort neue Ruhe holen, um dann im Alltag immer wieder der Unruhe zu widerstehen? Nein, sicher nicht. Deswegen gibt uns Jesus nicht einfach 'Ruhe', sondern er gibt uns mit der 'Hinaufruhe' eine besondere Ruhe, die ANA-PAUSIS, die zur Herabruhe führt, zur KATA-PAUSIS.

Die Herabruhe, die KATAPAUSIS.

Kein Brief im Neuen Testament redet mehr und intensiver von der Ruhe als der Hebräerbrief ab Kapitel 3 Vers 11 bis Kapitel 4 Vers 11. Ruhe und Ruhen heisst stets KATAPAUSIS und KATAPAUO. Das Nomen/Hauptwort kommt 5mal vor und das Verb 3mal. Das Thema in den beiden Kapiteln dreht sich um Gott, der seinem Volk Ruhe schenken möchte und dabei nicht verstanden wird.

Mehr noch: Das Volk will Gott nicht verstehen, es 'verhärtet' sein Herz und reizt ihn zum Zorn durch Ungehorsam. Immer wieder - 40 Jahre lang auf der Wanderung in der Einöde. Die von Gott verheissene Ruhe hätte ihren schweren Wüstenweg erleichtert. Die KATAPAUSIS Ruhe wies zusätzlich darauf hin, dass es ja einmal zu einer allgemeinen, allgegenwärtigen Gottesruhe kommen soll im verheissenen Land (siehe Vers 9). Die Silbe KATA im Wort KATAPAUSIS weist auf 'herab' hin, herab auf einen festen 'Ruheboden', auf ein Land, in dem sie Ruhe finden werden.

Der Leser des Hebräerbriefs Textes wird in die Problematik einbezogen. Fünfmal liest er das Wort 'heute' (Kapitel 3,7 und 13 und 15 und Kapitel 4,7) im Zusammenhang des Gehorsams auf Gottes Verheissungen. Und er verspricht uns eine 'bodenfeste' Ruhe wenn wir auf seine Zusage, auf sein Wort vertrauen.

Warum machen wir uns so viel Unruhe in unseren Werken in unserem Alltag? Vertrauen wir sie Gott vermehrt an, wird es um uns und in uns ruhiger.

Wenn wir mit Jesus 'oben' in seiner ANAPAUSIS Ruhe fanden, dann begleitet er uns auch 'unten' weiter in seiner fortlaufend stärker werdenden KATAPAUSIS.