Urtextperle AGAPE - Liebe

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"Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe - diese drei. Die größte aber von diesen ist die Liebe."

Es ist wohl der wichtigste Satz, den Paulus an die Korinther schrieb - in seinem ersten Brief an sie (Kapitel 13,13).

Er gebrauchte für "Liebe" das griechische Wort AGAPE. Es ist eine Perle unter den vier Arten der Liebe im Neuen Testament. Daneben gibt es im Neuen Testament die "Liebe zwischen Eltern und Kindern" (STORGÄ) , die "Liebe zwischen Freunden" (PHILIA) und die "geschlechtliche Liebe" (EROS). Wer mehr über die biblischen Unterschiede wissen möchte, der findet bei www.xandry.ch unter "Artikel" Genaueres dazu.

Nun betrachten wir nur die AGAPE Urtext - Perle. Sie wird oft als "göttliche Liebe" definiert. Gut so! Jedoch - was versteht man unter "göttlich"? Ist dies nicht schwer zu definieren? Je "göttlicher" etwas wird, desto weiter scheint es sich vom "menschlichen" zu entfernen.

Sicher ist die AGAPE Liebe keine Liebe mit Heiligenschein! Eine verbreitete Definition von AGAPE geht zu einer Art "Liebe mit Uneigennützigkeit". Das stimmt nicht unbedingt. Denn auch Uneigennützigkeit trifft nicht den Kern der AGAPE Liebe. Die geht tiefer! Kann man ohne göttliche Hilfe selbstlos handeln? Nein, nur mit Gottes Hilfe können wir wirklich selbstlos sein; denn die menschliche Selbstlosigkeit ist oft Eigennutz, auch wenn wir dies nicht immer bemerken.

Und so finden wir die AGAPE-Liebe. So erkennen wir, was sich der Mensch wünscht. In der "goldenen Anstandsregel" des bekannten Sprichwortes: "Was du nicht willst, das man dir tu', das füg' auch keinem andern zu", ist die AGAPE-Liebe bereits enthalten.

Aus dem griechischen Wort AGAPE kann man zwei Bedeutungsstämme erkennen. Der erste weist hin auf "wohlwollenden Respekt zeigen" und der zweite auf "staunen können". Er ist vom griechischen Begriff AGAMAI abgeleitet. Wollen wir jemandem göttliche Liebe zeigen, dann sollten wir ihn zuerst einmal respektieren - mit allem, was er ist. Das "funktioniert" sogar bei Feinden - siehe das AGAPE Feinde-Liebesgebot von Jesus, das nicht auf "Liebesgefühlen" beruht, sondern als Ergänzung zum grössten Gebot im Alten Testament von ihm gefordert wird (Matthäus 5,43-44). Dies verkündigt er am Anfang seines Dienstes in der Bergpredigt. Später, kurz vor der Vollendung seines irdischen Weges, lehrt er seine Jünger einen noch tieferen Weg der AGAPE-Liebe, die alle menschlichen Grenzen sprengen kann: "Liebet einander, wie ICH euch geliebt habe (Johannes 13,34-35)".

Wenn wir einem Menschen respektvoll begegnen, erweisen wir ihm Liebe und sind auch eher bereit, über ihn "staunen" zu können - also ihm nicht nur mit vorgefasster Meinung zu begegnen.

Gott, der uns die AGAPE Liebe gab, liebt schon lange auf diese Art. Er macht es göttlich. Und wir menschlich.