Die "fantastischen Vier"!

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Im Neuen Testament kommt der Begriff "Evangelium" 97 mal vor. Davon fallen 20 Nennungen bereits in die vier Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Bei jeder dieser 97 Nennungen hat sich der Heilige Geist sicher etwas gedacht, als er die Evangelisten und die Apostel in ihren Schriften anleitete. Haben wir Leser dies bemerkt? Haben wir erkannt, dass es dabei oft um verschiedene Evangelien geht? Und dass unser Verständnis Auswirkungen auf unseren Dienst "am Evangelium" haben könnte? Denn diese Verschiedenheit zeigt erstens auf, worin Gott uns ganz persönlich am meisten berührt und zweitens welche unterschiedlichen Empfänger er ansprechen möchte. Ich werde in dieser Studie nicht auf alle, sondern nur auf einige der 97 Nennungen näher eingehen können.

Die Evangelien.

Es sind Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.Diese vier Evangelien stehen als "die Evangelien" par exellence. Sie haben Schwerpunkte. In der Theologie wurden sie schon früh den vier Lebewesen um den Thron Gottes ( Offenbarung 4,7 ) herum zugeordnet - der Löwe zu Matthäus, das Kalb zu Markus, des Menschen Antlitz zu Lukas und der Königsgeier zu Johannes. Die Gründe dazu fand man in den Schwerpunkten der Evangelien. Der Löwe, der König der Tiere, steht für die Königsherrschaft von Jesus Christus, denn bei Matthäus wird er im Bilde des kommenden Herrschers verkündet. Markus zeigt Jesus im Bilde des Ochsen (Kalb) - des arbeitenden und sich schlussendlich opfernden Erlösers. Lukas stellt Jesus sehr menschlich dar - eben als des "Menschen Sohn". Und Johannes offenbart Jesus als Sohn Gottes - im Blick des fliegenden Königgeiers (üblich "Adler" genannt).

Mal dieses, mal jenes?

Viele bibellesende Menschen entdecken bald einmal ihr "Lieblings-Evangelium". Jedoch merken sie auch, dass irgendwann der Matthäus den Markus als Liebling ablöst oder der Johannes dem Lukas Platz im Evangeliums - Vorzug machen muss. Den Grund dazu sehe ich im Verständnis des wachstümlichen Glaubensleben: in den persönlichen Schwerpunkten des Dienstes im Sinne des Evangeliums. Das Königreich-Evangelium ist verlockend. Wir leben es aus und wirken in seinem Sinne so gut wir es verstehen. Aber erst wenn man in den Briefen der Apostel auf zusätzliche Evangelien stösst und die unterschiedlichen Aussagen versteht, kann man auf den "fantastischen Vier" weiter aufbauen. Die vier Evangelisten berichten meiner Meinung nach die Krönung des Alten Testamentes: sie stellen uns in vier Biographien den vor, der das Alte abschliesst und das Neue eröffnet: Den verheissenen Erlöser Jesus Christus. Jesus selbst jedoch geht fast nur auf sein noch zu erfüllendes Evangelium des Königreiches ein. Die kommende Gemeindezeit ist nicht Schwerpunkt seiner Verkündigung. Aber er sagt zu Johannes (Kapitel 16, 12-13): " Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht (er)tragen. Wenn jener, der Geist der Wahrheit kommt, der wird euch in aller Wahrheit leiten." Die weiteren neutestamentlichen "Evangelien" - also die guten Botschaften der Apostel, zeigen uns tiefer gehende Wahrheiten auf und schärfen unser Verständnis des Gemeindezeitalters. Das führt zu einer möglichen Vertiefung und Veränderung unseres Dienstes.

Der Anfang...

...des Evangeliums Christi fängt mit der Geschichte seines Wegbereiters an ( Markus 1,1). Mit Johannes dem Täufer, der auch den ersten Evangeliums-Schwerpunkt setzt - den des Königreichs Gottes (Markus 1,15).Matthäus nennt es das Königreich der Himmel. Beide Reiche münden in das gleiche Ziel: Gott wird die Herrschaft in den Himmeln und auf Erden übernehmen. Markus schreibt es eindrücklich: "...glaubt dem Evangelium"! Jesus übernimmt die Botschaft dieser "Wohlkunde" und vollendet sie mit seinem Tod, Auferstehung, Himmelfahrt und Geistesausgiessung an Pfingsten. Danach ging es weiter durch die versprochene Belehrung des Heiligen Geistes. In der Apostelgeschichte 2,42 steht die neue, erweiterte Grundlage : "...sie hielten fest an der Lehre der APOSTEL..." Von Kapitel zu Kapitel wird den Aposteln mehr offenbart.

Sie erfahren, dass Gott nicht nur das Königreich in und durch Israel im Auge hat, sondern seine Herrschaft im ganzen Kosmos ausbreiten will.

Die Fortsetzung...

...geht mit vielen Evangelien der Apostel weiter. Zum Beispiel mit dem "Evangelium der Gnade Gottes". Ich mache nun einen grossen Sprung zum Kapitel 20 der Apostelgeschichte. Dort bezeugt Paulus den Ältesten von Ephesus, dass er bei ihnen seine wichtigste Aufgabe erfüllt hatte - nämlich die GNADE zu verkündigen. Kein anderer Apostel legt in den Episteln solchen Wert auf die Gnade. Es ist DAS Evangelium Gottes für ihn und darf durch nichts verwässert werden. Das macht er im ersten Vers des Römerbriefs klar und ergänzt es im Römerbrief 1,9 durch das "Evangelium seines Sohnes" und im Römer 2,16 mit dem Ausdruck "MEIN Evangelium". Mehr davon in den folgenden Ausführungen...

Das Evangelium der Gnade Gottes.

Wie definieren wir die Gnade? Denken wir dabei sofort an "Begnadigung"?

Oder an ein "gnädiges Verhalten"? Oder gar an einen eher oberflächlich benutzten kirchlichen Ausdruck? Das griechische Wort für Gnade im Neuen Testament heisst CHARIS. Es ist mit mehreren anderen griechischen Worten eng verwandt. Und Wortverwandtschaften erklären uns Bedeutungen. Die Hauptverwandtschaft besteht mit CHARA, der Freude, der "Befreudung" mit allen Erweiterungen wie zum Beispiel CHARIZOMAI, Gnade erweisen (übliche Übersetzung: "vergeben") oder XARIN (zugunsten). Dazu gehören ebenso die Worte wie CHARISMATA, die "gegnadeten" Gaben und EUCHARISTIA, die Danksagung. Nebenbedeutungen finden wir in den Ausdrücken wie CHORTASMA, der Nahrungs- Sättigung, sowie in CHRISMA, der Salbung. Da sich die Ch - R - S Wurzel auch in K - R - S wandeln kann, entdecken wir das wichtige Wort KY-R-IOS, der HERR, als weitere Entwicklung. Man merkt es: Gnade ist ein zentraler Begriff! Paulus versucht im 2.Korinther 9,15 auszudrücken, was mit dem dort einmalig vorkommenden griechischen Wort ANEKDIEGETOS auf deutsch fast nicht ausdrückbar ist - nämlich Gott zu danken, ihm Gnade "zurückzugeben" für die Gnade, diese unaussprechliche Gabe!
Ich versuche nun die Wortbedeutung der Gnade zusammenzufassen : "Ein vom Herrn, dem KYRIOS, mit Freuden gegebenes ( "gegnadetes") Geschenk, das uns sättigt und Salbung schenkt".

Das Evangelium Gottes.

Wie schon erwähnt, beginnt Paulus seine Epistel an die Römer mit diesem Begriff. Er weiss sich "abbegrenzt" in dieses Evangelium hinein (so der genaue Wortlaut aus dem Griechischen im Römerbrief 1,1). Ich vermute, dass er mit dem "Evangelium Gottes" zweierlei Aussagen machen will - einerseits die allgemeine, alles umfassende Wohlkunde Gottes und andererseits sein persönlicher Ruf. Dieser grenzt sich klar ab zu anderen Aposteln. Besonders in seinem Verständnis der absoluten Gnade, die durch keine "Werke aufgebessert" werden muss und in seiner Glaubens - Vertrauens - Treue - Bindung an den Herrn Jesus Christus.

Das Evangelium seines Sohnes.

Bleiben wir in den ersten Aussagen des Römerbriefes. Im ersten Kapitel, Vers 9, erläutert Paulus das Evangelium Gottes als Evangelium seines Sohnes. Niemand ausser Jesus selbst hat Gott je gesehen ( Johannes 1, 18 ). So auch Paulus nicht. Aber Paulus hatte Jesus gesehen. Er wurde auch von ihm selbst unterrichtet - siehe u.a. 1.Korinther 11,23. Somit geht seine Evangeliums Verkündigung von Gott stets über die Vermittlung des Sohnes Gottes. Er will Jesus vor den Augen der Menschen aufzeichnen..mit Worten, Taten und mit Briefen. Da passen keine Klischee - Vorstellungen hin. Sehen Sie selbst im Textvergleich von Galater 3,1 und 2.Korinther 5,16!

Mein Evangelium.

Im Römerbrief 2,16 schreibt Paulus eine gewaltige Wahrheit. Eines Tages wird Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus richten. Das ist bekannt. Dann sagt Paulus jedoch: "...gemäß MEINES Evangeliums"! Welche Brisanz! Könnte dies heissen, dass man am paulinischen Evangelium der absoluten Gnadensicht gerichtet ("zurechtgebracht") wird - auch wenn man überzeugungsmässig eher einer werkorientierten Evangeliums- Linie anderer Apostel - wie zum Beispiel der des Apostels Jakobus - gefolgt ist? Werke bringen Lohn. Sie folgen der Gnade und dem Glauben. Zuerst kommt die Beziehung zu Gott, dann seine Führung, dann die Werke . Zuerst empfangen wir, dann erst geben wir...siehe 1.Korinther 4,7 und Epheser 2,10.

Das Evangelium der Vorhaut und der Beschneidung.

Dies sind zwei Evangelien an zwei Zielgruppen. Im Galaterbrief 2, 7 -10 werden die Evangelien "Vorhaut" und "Beschneidung" genannt. Die zur "Vorhaut" gezählten stellen Menschen in den Nationen dar. Die zur "Beschneidung" gezählten waren Juden. Die Apostel wurden sich einig, in den zwei Arbeitsbereichen getrennt zu wirken. Petrus, Jakobus und Johannes sollten hauptsächlich Juden für Jesus gewinnen und Paulus mit Barnabas die Nationen. Verkündigung und somit Zielsetzung waren unterschiedlich. Gemeinsam hielten sie den sozialen Dienst für die Notleidenden. Die auch "petrinisch" genannte Beschneidungs-Linie trug immer noch den Königreichs-Gedanken im Mittelpunkt, mit Glaube an Jesus durchdrungen und mit Gnade "angereichert" - um es etwas salopp auszudrücken! Die "paulinische" Linie überschnitt sich anfangs noch mit der "petrinischen" Linie. Meistens zeigte sich aber sehr bald eine Trennung, wie es in folgenden Texten steht: Apostelgeschichte 13,42-48 / 14,4 / 17,2 ff / 17,10 ff / 17,17 ff...und so weiter, bis 28,28-30. In erster Linie ging es in diesen Begebenheiten um die Trennung von Juden, die sich vom Evangelium berühren liessen und solchen, die starr am Judentum festhielten. Jedoch blieb auch an vielen "bekehrten" Juden die Strenge und die Verpflichtung zum Gesetz des Moses hängen. Sie waren nun Christen, aber scheuten die Freiheit des Christen. Im Apostelkonzil im Kapitel 15 konnte man nochmals einen Kompromiss finden. Aber Vorhaut und Umschneidung entfernten sich dennoch in den Punkten der absoluten Gnade sowie in der Art das Königreich Gottes zu verstehen.Das blieb bis heute so.Nur dass die Trennung jetzt eher unter strukturierten Christen mit mehr oder weniger eigenen Gesetzen geschieht und solchen, die sich eher jeder Art von Äusserlichkeiten enthalten. Die einen sehen es mehr als jetzigen äußerlichen Bauauftrag auf Erden, die anderen bauen es eher in ihrer Innenwelt mit Ausblick auf die kommenden Königreiche - sei es im Himmel oder auf der neuen Erde.

Die Linie, die heute noch das irdische Reich mehr betont, kehrt nicht unbedingt zur Beschneidung zurück - wie es zum Beispiel viele der sogenannten "Messianischen Christen" tun. Aber sie betonen vieles von dem, was Jesus in den vier Grundevangelien lehrt und tut. Sie suchen Wunder wie Heilungen und andere Arten von Manifestationen. Sie erwarten dies nicht als (immer noch vorkommendes!) Gnadengeschenk, sondern erwarten es als "Belohnung ihres Glaubens". Ja, manche forcieren es sogar als Glaubenswerk. Die Grenzen zwischen Glaubenswerk und Gnadengeschenk sind oft schwer erkennbar.

Viele Christen, die eine andere Linie vertreten und sich - wie erwähnt - den äußeren Zielsetzungen entziehen, werden nur schwer verstanden. Ich sehe sie immer noch unter dem Begriff "Vorhaut" und ergänze es mit einem ungewohnten Gedanken: Sie wollen "unversehrt" bleiben, sie wollen sich in ihrem Leben mit Jesus "nichts durch irgend welche Gesetze abschneiden" lassen - also ihre "Vorhaut" behalten. (Siehe auch www.xandry.ch "Genormt oder geformt").

Das andere Evangelium.

An die Galater schreibt Paulus: "Mich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasset von dem, der euch berufen hat in der Gnade des Christus in ein anderes Evangelium hinein....indem man euch vom Evangelium des Christus abwenden und in eine andere Richtung hinwenden will" ( Galater 1,6-7). Im weiteren Verlauf des Galaterbriefes sehen wir bald, dass es um die Beschneidung geht und somit um die Beschneidung der Freiheit, siehe Galater 2,3-5. Die Gefahr liegt im Begriff "Evangelium". Alle gebrauchen dieses Wort. Aber es wäre keine echte "Wohlkunde", wenn Abstriche an Gnade und Freiheit gemacht würden! Dafür wehrt sich Paulus vehement - selbst gegen Kompromisse der anderen Apostel. Petrus fiel aus Furcht vor den gesetzlich gesinnten (Juden-) Christen in die Heuchelei. Sogar Barnabas, der eigentlich wie Paulus gesinnt war, heuchelte mit (Galater 2,12-13). Daran sehe ich die gewaltige Kraft des "anderen Evangeliums".

Woher kommt diese Kraft?

Das Evangelium der Engel.

Die gute Botschaft der Engel war einst die Vermittlung des Gesetzes an Moses. Dreimal steht im Neuen Testament, dass das Gesetz von ihnen kam, für die damalige Zeit "abgesegnet" durch Gott, siehe Galaterbrief 4,19-20, Apostelgeschichte 7,53 und Hebräerbrief 2,2. Engel können Christen offenbar zu einem Gottesdienst verführen, der "demütig und geistlich" daherkommt (Kolosserbrief 2,18).

Sie haben auch ein" Evangelium". Vor diesem muss Paulus die Galater scharf warnen, Kapitel 1, 8. Er spricht dabei sogar ein ANATHEMA aus, was ein Verfallen in das vorzeitige Gericht Gottes bedeutet (Näheres dazu siehe www.xandry.ch). Wer sich von immer noch gesetzlich orientierten Engel beeinflussen lässt in seinem Gottesdienst, steht in der Gefahr aus der jetzigen Gnade zu fallen. Könnte diese Warnung nicht auch heute noch von einigen Gemeinden und Missionswerken zu Herzen genommen werden (siehe auch Galater 5,1-4)? Engel sollen im jetzigen Gnadenzeitalter von der EKKLESIA die vielfarbene Weisheit Gottes lernen und nicht die Gemeinde sich erneut unter die Gesetze der Engel stellen ( Epheser 3,10).

Das Geheimnis des Evangeliums.

"Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen mächtige Geister..." Dieses freie Zitat aus dem Brief an die Epheser 6,12 ist fast allen Bibelkennern geläufig - bekannt als Teil der "geistlichen Waffenrüstung". Paulus muss diese Schlussbotschaft an die Epheser sehr wichtig gewesen sein. Sie endet mit der Bitte, auch für ihn selbst im Geist mit dem nötigen Gebet einzustehen. Denn er will das "Geheimnis des Evangeliums" kundtun. Geheimnis? Meinen nicht die meisten von uns Christen, dass das Evangelium offen und gut verständlich vor Augen und Ohren steht? So ist es auch - bis zu einem gewissen Grad. Aber ein Geheimnis - genauer übersetzt mit " Verriegeltem, Zugeschlossenem" - bleibt ein Geheimnis in dem Sinne, dass man nach dem Verständnis ringen muss vor Gott und einen Schlüssel zum Aufschliessen der verriegelten Tür braucht! Also steht hinter dem Evangelium für alle ein Evangelium, das Eingeweihte wie Paulus als Zusatz verkündigen müssen (vergleiche seine Aussage im Philipperbrief 4,12, wo im Grundtext MYEOMAI steht, "eingeweiht sein"). Es wird viel Widerstand bei denen finden, die, kurz ausgedrückt, nicht tiefer in die Gnade und Barmherzigkeit Gottes eindringen wollen oder können.

Das Evangelium der Herrlichkeit des glückseligen Gottes.

Wem ist dieses Evangelium wohl bekannt? Gelesen wurde dieses Zitat von Paulus an seinen geliebten geistlichen Sohn Timotheus (1.Timotheusbrief 1,11) von Vielen. Jedoch welchen Platz hat es in der Verkündigung? Welche Botschaft mag Gott glückselig machen? Die Antwort liegt nahe: in Vers 10! Es ist "alles, was der gesunden, zum Heil führenden Lehre entgegen liegt". Das Gesetz ist ideal, wenn man es "gesetzesmässig" gebraucht - also tiefer dort hinblickt, wohin das Gesetz zielt. Zielt es nicht zum Herzen Gottes, wo für den "Gerechten", den "Glaubensgerechten gemäß Römerbrief 1,17" , kein "Gesetz" mehr nötig ist (Vers 9) ? Das hebräische Wort für den Kern des Gesetzes sind die 5 Bücher von Moses, die TORAH. Diese wird auch mit "Zielgebung" übersetzt. Das griechische Wort für "Gebot" ist ENTOLE, was man auch mit "Innenziel" bezeichnen kann. Im Inneren Gottes ist das zu finden, was auch im Inneren von Jesus Christus ist und somit im Inneren seiner Gemeinde, den Gliedern seines Leibes gefunden werden sollte: Liebe aus reinem Herzen und ein gutes Gewissen und ungeheuchelter Glaube (1. Timotheus 1,5).

Das ewige Evangelium.

Ewig heisst ÄONISCH im Griechischen. ÄONISCH heisst aber viel mehr als eine lange, eventuell "ewige" Zeitdauer. Das Wort bezieht sich auf verschiedene Zeitabschnitte im Plan Gottes (siehe www.xandry.ch "Zeitbegriffe im Neuen Testament"). ÄONISCH birgt aber auch die Bedeutung des "Verheimlichten, Verborgenen" in sich. 1.Korinther 1,7 weist - als Beispiel - den Leser in diese Richtung. Das äonische ("ewige") Evangelium in Offenbarung 14,6-7 hat also zuerst einmal mit der Zeit zu tun, in der es verkündet wird und dann mit der Zeit, in die es "hineinfliesst" - in einen zukünftigen Zeitraum. Nach Offenbarung 13 entwickelt sich unsere Welt immer tiefer in das antichristliche, babylonische Verderben. Die Gemeinde( EKKLESIA) befindet sich nicht mehr auf Erden. Die Menschen müssen sich in einer religiösen und ökonomischen Diktatur zurechtfinden. Der Inhalt des äonischen Evangeliums wird interessanterweise nicht mehr von Menschen, sondern von einem Engel verkündet. Es bezieht sich nicht auf den Glauben an Jesus Christus, sondern betont nur "fürchtet Gott und ehrt ihn als Schöpfer" - in freier verkürzter Aussage.

Hören die Menschen darauf, könnten sie vielleicht mit den "Gut-Menschen" aus dem Römerbrief 2,7 verglichen werden. Diese erhalten gemäß der dortigen Verheissung ja auch" äonisches " Leben - ohne Glaubensbekenntnis zu Jesus. Dass damit nicht das "ewige Leben" gemeint ist, das nur dem Glaubenden an den Erlöser zusteht, dürfte klar sein. An Jesus Christus geht kein Weg vorbei, was das echte äonische Leben in alle Ewigkeiten angeht. Aber im kommenden Äon, dem kommenden Zeitalter, dessen Anfang auch das "1000 Jahrreich" genannt wird, gibt es Leben, das sie meines Erachtens erhalten. Da es aber bis zu seinem Ende wieder verloren gehen kann, ist es kein innewohnendes echtes ewiges Leben (Offenbarung 20-22). Das echte Leben ist Jesus allein und kommt allein durch ihn: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich" (Johannes Evangelium 14,6).

Fragen an den Leser:

Wo liegt zur Zeit Ihr Evangeliums- Schwerpunkt?

Die Evangelien:
Ich bin berührt durch das Wirken von Jesus und möchte möglichst viel davon nachahmen.

Mal dieses, mal jenes?
Ich bemerke einen Schwerpunkt, der am besten durch eines dieser vier Evangelien ausgedrückt wird.

Der Anfang...und die Fortsetzung:
Ich erkenne einen tieferen Ablauf in der Evangeliums- Verkündigung der Apostel.

Das Evangelium Gottes und das Evangelium seines Sohnes:
Die Erkenntnis der Gnade nimmt zu. Auch sehe ich Jesus immer tiefer.

Mein Evangelium:
Ich erkenne die außergewöhnliche Stellung des Apostels Paulus und seiner Botschaft.

Das Evangelium der Beschneidung:
Ich fühle mich in gewissen Einschränkungen, Richtlinien und Strukturen wohl. Dort brauche ich einen klaren Auftrag, um das irdische Gottesreich darzustellen, beziehungsweise zu bauen.

Das Evangelium der Vorhaut:
Ich brauche viel Freiheit und will mit Gleichgesinnten einen individuellen Glaubensweg finden. Ich lasse mich nicht "beschneiden" auf diesem Weg, sondern nur läutern.

Das andere Evangelium, eventuell verbunden mit dem Evangelium der Engel:
Ich brauche strenge Vorschriften einerseits und schöne Gottesdienste andererseits. Ich will und kann nur in meiner Gemeinde oder Glaubenswerk das Wirken Gottes erleben!

Das Geheimnis des Evangeliums:
Ich bin bereit, Glaubenserfahrungen abseits des Üblichen zu machen.

Das Evangelium der Herrlichkeit des glückseligen Gottes:
Ich bemerke und erlebe gewisse Tiefen Gottes, die mit seinen Endzielen zu tun haben. Ich richte meinen Glaubensweg nach den weitreichendsten Aussagen des NT wie es zum Beispiel im Kolosserbrief 1,20 / Römerbrief 11,36 und 1.Korinther 15,28 B steht.

Das ewige Evangelium:
Ich blicke mit Schaudern und mit Freude in die Äonen hinein – in den Himmeln und auf Erden.