Ein persönliches Wort des Verfassers

Kategorie: Gemeinde im Sturm Zugriffe: 2946

Stürme

Am 26.12.1999 fegte der Sturm "Lothar" über Europa. Noch während ich die Bilder der Verwüstung in der TVTagesschau sah, wurden mir geistliche Zusammenhänge klar. Dieser Sturm, von Meteorologen als "erst- und einmalig in Europa" bezeichnet, fegte mal schneisenartig, mal flächenartig, mal nur punktuell von der Bretagne über Paris – Stuttgart – Wien – Balkan zur Türkei ... interessanterweise ungefähr der Sonnenfinsternis-Linie vom 11. August 1999 folgend! Und auf diese Weise, so wurde mir innerlich klar, würde auch ein geistiger "Lothar" sichtbar durch unseren Kontinent stürmen. Er würde in allen Lebensbereichen unübersehbare Spuren hinterlassen, von der Politik über die Wirtschaft bis in das Haus Gottes, den Gemeinden und missionarisch-diakonischen Werken.

Einige Tage darauf fegte eine Spendengeldaffäre den vielleicht (ge)wichtigsten Europaförderer von seinem Machtpodest, auf dem er 16 Jahre lang stand - Helmut Kohl. Das war "Lothars" erstes geistig-reales Opfer, dem noch sehr viele Opfer folgen würden: Menschen, Firmen, Systeme wurden plötzlich erschüttert. Das Wort aus dem Brief an die Hebräer, Kap.12,25-28 gab die göttliche Erklärung dazu – mit dem Trost, dass alles Erschütterte das Unerschütterliche um so klarer aufzeigen wird.

Genau ein Jahr später, am 26.12.2000 erhielt ich eine ergänzende "Sturmerkenntnis". Nun sollte "Lothar" die Komponente "Bildersturm/Symbolsturm" hinzugefügt werden. Eine Ausstellung zum historischen Begriff "Bildersturm während der Reformationszeit" eröffnete in Bern ihre Tore. Doch der Begriff "Bildersturm" wurde erst im April 2001 der ganzen Welt erneut vor Augen gestellt ... durch einige damals relativ unbekannte, islamischreligiöse Fanatiker namens "Taliban". Grund: in ihrem Herrschaftsgebiet in Afghanistan standen zwei riesengrosse Buddha-Statuen aus antiker Zeit, die sie sprengten. Die Nachricht ging als Aufschrei um die ganze Welt.

Fünf Monate später war der Aufschrei der Welt von nacktem Entsetzen geprägt: zwei riesengrosse "Statuen" anderer Art wurden in New York zerstört, und wieder war der Name "Taliban" in allen Medien. Die schrecklichen Ereignisse der Terroranschläge auf die Zwillingstürme in New York und auf das militärische Zentrum der USA, dem Pentagon, waren ein Angriff auf mächtige Symbole ... ein Orkan von einem "Bildersturm"! In Europa wurden kurz danach andere Symbole angegriffen, besonders in der Schweiz. Dort fielen Parlamentarier einem Massaker zum Opfer (Sturm auf Institutionen im internationalen Steuerparadies Zug), Menschen verbrannten im Gotthard-Tunnel, dem wichtigsten Strassenkorridor im Nord-Süd-Verkehr und in den Luftkorridoren lief auch nichts mehr: das Schweizerkreuz auf den Swissair- Luftschiffen fiel vom Himmel in den Konkurs.

Alles das waren nicht "nur" Katastrophen, sondern Katastrophen, in denen Bilder/Symbole erschüttert wurden. Viele Menschen hatten diese Sprache der Warnung verstanden und fingen an, das Unerschütterliche – das auf göttlichen Werten Gebaute – neu zu suchen.

Der Sturm über Europa wird noch weitere "Spielarten" finden um uns aufzurütteln. Erkennen wir dies als Gemeinde Jesu Christi? "Denn es ist Zeit, dass das Gericht (die "Richtigung" oder die „Zurechtbringung") anfange am Hause Gottes..." (1. Petr. 4,17).

Nun, in diesem Dezember 2001 hatte ich schon zu Beginn die immer grösser werdende Überzeugung, dass das Thema Sturm fortgesetzt wird. Ich wurde mit dem Bericht aus Apostelgeschichte, Kapitel 27 und 28 konfrontiert. Als ich dies mit einigen Freunden teilte, empfing ich Ermutigung und hilfreiche Ideen, um tiefer in diesen Text einzusteigen. Könnte es sein, dass mir Gott diese Geschichte so aufs Herz legt, weil darin eine sehr aktuelle Parallele auch zu unserem heutigen und kommenden Gemeindegeschehen zu finden ist?

Zum Schmunzeln: wer sucht, der findet ... oder wer auf einen Hinweis wartet, erhält ihn: in der Tagesschau vom 27. (nicht der 26.!) 12.2001 kam ein Bericht über einen Taifun auf hoher See mit dem abschliessenden Kommentar "... und kein Mensch auf den Schiffen im Gefahrengebiet kam ums Leben ...". Ein ungewöhnlicher Schlusssatz für einen Katastrophenbericht. Aber er traf bei mir voll ins Schwarze, weil genau dies auch vom Schiffbruch in Apostelgeschichte 27 berichtet wird: der ANEMOS TYPHONIKOS, der TAIFUN (Apg 27,13) zerbricht das Schiff, doch die Menschen nicht (Apg 27,44)!

Die Textexegese nahm ihren Lauf. Lesen Sie in dieser Studie, was dabei herauskam und ziehen Sie selbst Ihre Schlüsse, was Ihrer Meinung nach in diesem Vergleich zutrifft und was nicht ... seien es nun persönliche Erfahrungen, lokale Gemeindesituationen oder allgemein Erkennbares innerhalb der kontinentalen Gemeinde von Jesus Christus.

Es wird Ihnen vielleicht auffallen, dass ich bei den allgemein bekannten Wörtern der deutschen Übersetzung immer wieder auf die umfassende Bedeutung der griechischen Urtextworte zurückgreife. Sie werden somit tiefer beleuchtet, ergeben dadurch aber auch ungewohntere Worterklärungen, welche zu differenzierteren Gedankengängen führen.