Im Stall, Nach der Volkszählung, In Jerusalem: 4-6

Kategorie: Die Weihnachtsgeschichte Zugriffe: 2370

Im Stall

UNTER "Stall" verstehen wir in Europa etwas anderes, als uns der biblische Bericht zeigt. Die orientalische Herberge war eher ein Gehöft im Geviert mit Innenhof. Ein Teil der – meist nach innen offenen – Gebäude nahm die Gäste auf, ein anderer ihre Tiere. Josef und Maria mussten bei dem Teil der Tiere bleiben, weil "kein Raum" frei für sie war. Maria wollte bestimmt nur so kurz wie möglich im Stall bleiben – die Geburt – die Volkzählung mit Jahrmarktsatmosphäre um sie herum – das kommende Kind so schlecht untergebracht – die verständlichen Sorgen einer jungen Mutter!

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Alle sind dabei, als das Licht der Welt geboren wird. Josef und Maria fallen "wie erschlagen" vor Freude um!

Nach der Volkszählung

NACH der Steuereinschätzung (oder Volkszählung), spätestens aber nach den Festtagen reisten wohl die meisten Pilger und Menschen wieder relativ schnell heim. Im besten Falle kamen sie nach orientalischer Sitte bei ihren Verwandten unter und konnten sich so bis zu einigen Wochen dort aufhalten. Aber so lange in einer Herberge wohnen – wer von den einfachen Leuten konnte diese Kosten tragen? Josef und Maria hatten sich vorgenommen, länger zu bleiben, wenn sie schon so nahe bei Jerusalem waren. Denn die Beschneidung ihres ersten Sohnes sollte am 8. Tag sein und die Darstellung im Tempel am 40. Tag. Und für gottesfürchtige Leute kam dafür nur Jerusalem in Frage, das religiöse Zentrum des Landes. Sehr wahrscheinlich verliessen sie die Herberge und zogen zu Verwandten. Oder aber sie blieben in der Herberge und verliessen zumindest dort den Stall. Aber das taten sie ganz bestimmt, nachdem die Leute heimreisten.

In Jerusalem

JOSEF hätte nach dem Gesetz für seinen erstgeborenen Sohn ein Schaf und ein Taube opfern sollen. Falls jemand zu arm für ein Schlachtopfer war, reichten auch zwei Tauben. Josef konnte sich offenbar nur 2 Tauben leisten. Und das 40 Tage nach der Geburt Jesu... aber da waren doch längst die „Drei Könige aus dem Morgenland" bei ihm gewesen und hatten Josef Geld für Jesus geschenkt, neben Weihrauch und Myrrhe. So wenigstens erzählt man es überall in unseren üblichen Weihnachtsgeschichten. Wie stimmt dies überein?